Das Altenburger Land ganz nah erleben
Geschichte der Skatstadt
Stets mit einem Ass im Ärmel
Die Spielkartenstadt Altenburg setzte 2023 mit dem 100-jährigen Jubiläum des Spielkartenmuseums ein besonderes Highlight. Doch der Weg Altenburgs zur Hochburg der Spielkarten reicht weit zurück: Bereits seit 1509 werden hier Spielkarten hergestellt. Als erster namentlich bekannter Kartenmacher gilt Martin Hockendorff, dessen Karten bis heute erhalten geblieben sind. Über viele Jahrhunderte hinweg entwickelte sich das Handwerk erfolgreich weiter, brachte den Kartenmachern bis ins 19. Jahrhundert hohe Einnahmen und machte Altenburg schließlich zum Zentrum der Spielkartenproduktion.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts waren vor allem zwei Kartenspiele sehr gefragt: das französische Tarock und der aus Bayern stammende Schafkopf. Während Tarock durch politische Umbrüche an Bedeutung verlor, galt Schafkopf vielen Spielern als zu wenig abwechslungsreich. Aus diesem Grund wurden dessen Spielregeln um Elemente des Tarocks ergänzt – das Scatspiel entstand. Zwar ähnelte es dem heutigen Skat noch kaum, doch bereits 1813 tauchte der Begriff erstmals in den Aufzeichnungen des herzoglichen Regierungsrates Hans Carl Leopold von der Gabelentz auf, der ihn als „Schafkopf mit Rest“ beschrieb.
Auch heute noch gilt Altenburg als Herz der deutschen Spielkartenherstellung. Die Marke ASS Altenburger ist die älteste deutsche Spielkartenmarke. Einen lebendigen Einblick in die Welt der Spielkarten bietet das Schloss- und Spielkartenmuseum mit seiner interaktiven KartenMACHERwerkstatt, in der Besucher jeden Freitag um 14 Uhr eigene Spielkarten gestalten können. Zusätzlich lädt Deutschlands größter Spielkartenladen am Markt zum Stöbern ein. Ein weiteres markantes Wahrzeichen ist der Skatbrunnen, der 1903 errichtet wurde – ein Denkmal für das beliebteste deutsche Kartenspiel, das heute als immaterielles Kulturerbe anerkannt ist und bis heute viele Menschen begeistert.



