Wandertag im Altenburger Land – Lutherweg, Sprotte, Natur und Kultur

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Wandertag im Altenburger Land – Lutherweg, Sprotte, Natur und Kultur

Landschaft bei Posterstein ©LVDG, Simon Büttner

Die Rad- und Wanderkarte der Tourismusinformation Altenburger Land bietet neun unterschiedliche Touren in der Region an – verschiedene Gebiete, Sehenswürdigkeiten und Wegebeschaffenheiten inklusive. Streckenlängen zwischen 20 und 50 Kilometern können erkundet werden.

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Ein Wanderreport von Eva Anna-Lena Zorn

Rad fahren ist nicht unbedingt meine Stärke, aber Laufen zähle ich zu meinen Leidenschaften. Gesagt, getan! Dann schaute ich mich nach einer geeigneten Route um. Eine vielfältige Abwechslung zwischen Natur und Kultur erwartete ich auf der hellblauen Tour zwischen Sprotte und Pleiße, die Schmölln, Posterstein, Ponitz und Gößnitz verbindet. Aber 43 Kilometer zu Fuß an einem Tag wären mehr als eine Kampfansage. Also musste die Strecke ein wenig komprimiert werden. Und auch 24 Kilometer sind sportlich, jedoch machbar.

Start des Rundgangs war am Ernst-Agnes-Turm in Schmölln. Mit einer stattlichen Höhe von 30 Metern ragt er über die Knopfstadt und gibt auch einen weiten Teil des Gebietes rund um die Sprotte preis. 1893 wurde der Turm von der Schmöllner Maschinenfabrik Paul Sylbe errichtet. Eine perfekte Einstimmung für einen Wandertag bei Sonnenschein.

Ernst-Agnes-Turm Schmölln, Abstieg ©Eva Anna-Lena Zorn

Gut. Den Ernst-Agnes-Turm in Schmölln zu finden, das war keine Schwierigkeit. Jedoch den Einstieg zum Lutherweg bzw. den Radweg an der Sprotte zu finden, das war anfänglich eine Herausforderung für mich. Nur mit Wanderkarte und ohne Google Maps wäre ich tatsächlich etwas aufgeschmissen gewesen. Naja, aber aller Anfang ist schwer, nicht wahr?

Gesucht, gefunden! Die Weststraße in Schmölln führt zur Gartenanlage an der Sprotte. Ein asphaltierter Weg schlängelt sich durch die Kleingärten, vorbei an mehreren Kuhherden, wo niedliche kleine Kälbchen zwischen den Mutterkühen umherspringen. Bis ins verträumte Örtchen Lohma ist die Tour gut zu Fuß zu bestreiten. Der Weg in Richtung Klein- und Großstechau bis hin zum Förderturm Löbichau verläuft dagegen über normale Straßen und ist vermutlich mit dem Fahrrad sicherer.

2007 wurde rund um den Förderturm Löbichau im Zuge der Bundesgartenschau in Gera und Ronneburg die Resurrektion Aurora erschaffen. Damit wurde die Wismut-Vergangenheit des Gebiets aufgewertet und die Attraktivität für potenzielle Besucher sollte gesteigert werden. Verschiedene Kunstwerke sind über drei Kilometer auf der Strecke zwischen Förderturm und der Halde Beerwalde zu finden. Meine Mittagspause verbrachte ich am Förderturm. Eine riesige Konstruktion thronend über den kleinen Ortschaften am Fuße des Hügels, die fließend ineinander übergehen.

Förderturm Löbichau ©Eva Anna-Lena Zorn

Von Beerwalde wollte ich nicht direkt nach Posterstein laufen. Das Schloss Tannenfeld und der dazugehörige Park hatten mich gereizt. Der Weg dahin war jedoch mehr als beschwerlich. Wahrscheinlich hätte man einen geeigneteren Umweg durch Beerwalde nehmen sollen, als 700 Meter entlang der B7 zu stapfen und den vorbeirauschenden Autos zu begegnen.

Tannenfeld – ein Lost Place, verlassene Residenzen, schicke Villen mit vernagelten Fenstern und abgeblätterter Fassadenfarbe. Doch so leer scheint der Ort gar nicht zu sein. Dutzende Besucher tummelten sich während meiner Wanderung im Park, genossen das Ambiente von etwas Unvollkommenen, Verschollenem.

Tannenfeld ©Eva Anna-Lena Zorn

Das nächste Ziel der Rundreise war Posterstein, die süße Burg der Gemeinde blitzt zwischen Bäumen über den restlichen Häusern des Ortes hervor. Über einen recht versteckten Pfad am kleinen Markt geht es steil Berg auf zur Schlosskirche und zur Burg selbst. Und hier einen Moment verschnaufen, denn zwei Drittel meiner Tour waren an dieser Stelle geschafft.

Burg Posterstein ©Museum Burg Posterstein

Nun ging es wieder auf die Spuren des Lutherwegs. Ich entschied mich die Abfahrtsstraße des jährlich stattfindenden Seifenkistenrennens von Posterstein einzuschlagen. Sogar die Tribüne des Spektakels steht noch immer am Feldrand bereit, wartend auf das nächste Publikum. Schon läuft man dem Sprotte-Erlebnispfad in die Arme. Dicht an dicht gedrängt ist der Weg mit Wasser und Wald verbunden. Brücken, Steine im Wasser und andere Entdeckungen bringen vermutlich kleinen Wandermäusen die Natur näher auf eine aufregende Art.

Sprotte-Erlebnispfad ©Eva Anna-Lena Zorn

Und schon kam ich an meiner letzten Etappe an – die 1000-jährige Eiche von Nöbdenitz. Am Lieblingsplatz von Minister Hans Wilhelm von Thümmel wurde erneut eine kleine Verschnaufpause eingelegt, denn die bis dahin fast 20 Kilometer machten sich langsam aber sicher bemerkbar. Auf den Bänken genau gegenüber der Eiche fand sich ein schönes Plätzchen. 1000 Jahre altes Holz, gehalten von eisernen Ketten und gestützt durch zwei Pfeiler. Wie lange diese ungewöhnliche Grabstätte des Ministers da wohl noch stehen wird?

1000-jährige Eiche Nöbdenitz ©Eva Anna-Lena Zorn

Gesessen und gegrübelt habe ich jedenfalls nicht allzu lange, denn der Weg in Richtung Heimat rief allmählich mit beginnendem Sonnenuntergang. Und so ging es erneut in Richtung Lohma und den Luther- und Radweg zurück nach Schmölln, um nach Hause zu fahren. Auch auf dem Heimweg fiel auf, dass man auf einer öffentlichen Straße zum Beispiel von Nöbdenitz nach Lohma laufen musste, zwar nicht stark befahren, aber als Fahrradfahrer sicherlich sicherer als an meiner Stelle als Fußgänger.

Mein Fazit des Tagesausflugs ist durchaus positiv. Ich bin dankbar in Begleitung die Strecke gewandert zu sein. Da ich mich in einigen Teilen dieser Ecke des Altenburger Landes nicht auskenne, war es schön mal wieder etwas Neues zu sehen. Natürlich bin ich von der originalen Route abgewichen, was ein- oder zweimal Orientierungslosigkeit hervorgerufen hat. Aber dank des guten, internetfähigen Smartphones und Google Maps fand ich mich schnell wieder zurecht. Unterwegs sind mir immer wieder sehr freundliche Leute und vor allem viele Fahrradfahrer begegnet, die wahrscheinlich nicht zum ersten Mal diese Strecke durchqueren. Fahrrad fahren wäre vermutlich in einigen Streckensituationen sogar angebrachter gewesen und im Nachhinein nicht so auf die Fußsohlen gegangen. Aber alles in Allem war es ein schöner Wandertag mit jeder Menge Sonnenschein, frischer Luft, einer Brise Kultur und acht Stunden in der Natur.