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Marche und Malcher – Die Altenburger Bauerntracht

Altenburger Bauerntracht ©LVDG, Simon Büttner

Im Osten Thüringens gelegen, besitzt das leicht hügelige Altenburger Land einen der fruchtbarsten Böden Deutschlands. Dieser und die fleißige Arbeit der Bauern haben für wohlhabende und stolze Bauern gesorgt. Davon zeugen die großen und oft repräsentativen Vierseithöfe, ebenso wie die repräsentierende und opulente Altenburger Bauerntracht. In dieser schönen Tracht, der Marche- und Malchertracht, sah man die Bauern der Region bis zum Ende des 19. Jahrhunderts noch alltäglich. Später wurde sie nur noch zu besonderen Anlässen getragen.

Woher stammen die Begriffe Marche und Malcher? Der Name Marche stammt von Maria, und die Bezeichnung Malcher von Melchior. Die Tracht geht zurück auf die Mode am spanischen Hof. Diese wurde an den deutschen Fürstenhöfen auch im Altenburger Land getragen.

Zu den typischen Merkmalen des Malchers zählen die schwarzen Kniebundhosen aus Bockleder, ein über dem Hemd getragener Brustlatz und das typische kleine und flache Hütchen.

Die Marche trug als Kopfbedeckung eine “Flügelhaube”. Je nach Wohlstand waren diese Hauben reich verziert. Ins Mieder wurde ein “Vorstecklatz” eingeschnürt, eine etwa 3mm starke gewölbte Pappe, die mit Damast bezogen war. Ein kostbar besticktes Brusttuch, ein enger Rock, eine Schürze, ein Spenzer, weiße Strümpfe und kleine ausgeschnittene Schuhe ergänzten die Kleidung der Marche.

Die Altenburger Bauerntracht ist eine der ältesten Trachten Deutschlands. Im Jahr 2011 wurde die Altenburger Bauerntracht zur Tracht des Jahres gewählt. Heute ist die Tracht u.a. bei Festumzügen wie etwa der Rositzer Kirmes zu sehen.