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Die Flugwelt Altenburg-Nobitz ist auf unserem Radar

Flugwelt Altenburg Nobitz ©LVDG, Simon Büttner

Bitte aktuelle Einschränkungen auf der Internetseite der Flugwelt beachten!

Die Flugwelt Altenburg-Nobitz ist auf unserem Radar

Unter dem Cockpit der Breguet Atlantik gibt es einen ganz besonderen Platz. Ein einzelner Stuhl ist in einer Glaskuppel. Stellen Sie sich jetzt vor, Sie befinden sich hunderte Meter über dem Meer. Da muss man auf jeden Fall höhentauglich sein! Und trotzdem ist der Anblick einfach nur beeindruckend. Auch die Ausstattung hat alles zu bieten, was ein Langstrecken-Seeaufklärer der Marine benötigt. 18 Stunden in der Luft, das ist mit diesem Flugzeug möglich gewesen.

Unmittelbar neben dem Flugplatz Altenburg Nobitz findet sich Regional- und Technikgeschichte der ganz besonderen Art. Die Flugwelt Altenburg Nobitz, ein Museum so speziell, so einzigartig und mit so engagierten Mitgliedern, dass man sich die Ausstellungen und die Flugzeuge nicht entgehen lassen sollte!

Stolze 12 Flugmaschinen stehen auf den großen Außenflächen – gepflegt, restauriert und begehbar.

Aber zu aller erst, wird ein Blick in die dazugehörige Ausstellung geworfen. Einer der Begründer und der Vorsitzende des Vereins Flugwelt Altenburg Nobitz e.V. ist Frank Modaleck. Er kennt das Gelände, wie seine Westentasche und ist erfreut, wie der Verein die Ausstellung in den letzten Jahren immer mehr ausbauen konnte. Frank Modaleck selbst war langjähriger Mitarbeiter auf dem Flugplatz Altenburg Nobitz, hat die Glanzzeit, in der fast täglich Flieger von Ryanair von Altenburg starteten, miterlebt. Mittlerweile ist er in Rente. Doch die Leidenschaft zu Flugzeugen, die ist geblieben.

In den Räumlichkeiten findet sich jede Menge Fachwissen, die die Vereinsmitglieder selbst zusammengetragen haben. Im ersten Raum des Museums sind Ausstellungstücke zur Antriebstechnologie, gefolgt von einem Kapitel über die NATO und der Entwicklung der Luftfahrt. Egal ob Heißluftballon, Segelflug oder Zeppelin, zu jeder Luftkonstruktion kann von den Vereinsmitgliedern etwas gesagt und ansonsten im Museum nachgelesen werden.

Und schon folgt der spannendste Teil, denn der Flugplatz Altenburg Nobitz trägt eine sehr lange und unheimlich abwechslungsreiche Geschichte mit sich. Als Exerziergelände wurde das Areal am Leinawald bereits 1868 erstmals erwähnt, doch der Beginn rund um die Geschichte des Fliegens sollte nicht mehr lange auf sich warten. Schon am Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Luftfahrt im Altenburger Raum populärer und der Flugplatz begehrter. Zuerst nur mit ein paar kleinen Gebäuden und einer Graspiste. Im Zuge des ersten Weltkriegs musste jedoch aufgerüstet werden und eine Art Flugschule etablierte sich. Frank Modaleck sagt dazu: „Krieg ist immer eine furchtbare Sache und zu dieser Zeit sind hier auch die meisten tödlichen Abstürze von Flugschülern und –lehrern geschehen. Mehr als 50 Personen mussten ihr Leben lassen.“ Ebenfalls die Nazizeit hinterließen große Fußabdrücke. So entstand eine 1200m lange Start- und Landebahn. Dazu ein kleines Dorf für die Besatzung und Offiziersfamilien. Nach dem Ende des zweiten Weltkriegs führten die Sowjets die Tradition des Flugplatzes fort. Die Startbahn wurde auf 2500m verlängert und das umliegende Gelände noch stärker mit Hangars und Wohnhäusern bebaut.

Und wie sieht es mit dem Hier und Jetzt aus?

Natürlich gibt es einen Raum im Museum der sich mit den aktuellen Flügen beschäftigt, mit denen wir alle ab und zu in den Urlaub düsen. Besonders zu bestaunen ist das Fahrwerk einer Lufthansa Cargo Maschine – fast vier Meter hoch und gerade so im Ausstellungsraum untergebracht. Und für die Kids? Da steht ein kleiner Modelbau, orientiert am Leipziger Flughafen, an dem man spielerisch und mit leuchtenden Lampen, die wichtigsten Gebäude auf dem Flughafen beleuchtet.

Aber das soll noch nicht alles gewesen sein…

Es ist eines der beiden größten Flugzeuge auf dem Platz. Es wurde im Jahr 1973 erbaut und flog seinen letzten Flug im Jahr 2014 zum Flugplatz Altenburg Nobitz. Es benötigt 16.000 Liter Kerosin, hat 450 PS und transportierte bis zu 90 Soldaten oder 60 Fallschirmspringer. Die Transall C-160 war eines der Transportflugzeuge der deutschen Bundeswehr. Nun steht es im Ruhestand in der Flugwelt und kann besichtigt werden.

Also wer mal Lust hat, sich im Cockpit mit den hunderten Knöpfen auseinanderzusetzen oder so manches Militärflugzeug von außen und innen betrachten möchte, für den ist eine Reise zur und durch die Flugwelt Altenburg Nobitz mehr als ein Highlight.

Öffnungszeiten

April bis Oktober

  • Samstag, Sonntag und an Feiertagen 10.00 – 17.00 Uhr und nach Vereinbarung

November bis März

  • nur nach Vereinbarung

©Eva Anna-Lena Zorn

Zur Flugwelt Altenburg-Nobitz