Erfahrungsbericht Stadtspaziergang “ABGelaufen! Kleine und große Leute unterwegs”

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Erfahrungsbericht Stadtspaziergang “ABGelaufen! Kleine und große Leute unterwegs”

©Eva Anna-Lena Zorn

Erfahrungsbericht von Eva Anna-Lena Zorn

Aufgepasst! Liebe Kids, liebe Eltern, liebe Altenburg-Interessierte! Seid ihr Altenburg schon einmal abgelaufen? Wenn nicht, müsst ihr das unbedingt einmal in Angriff nehmen. Vom 22. Juli bis 05. September startet die Aktion „ABGelaufen! Kleine und große Leute unterwegs – ein Stadtspaziergang durch Altenburg“ der Altenburger Museen und der Tourismusinformation Altenburger Land. In einem Test vorab, habe ich die Stationen besucht, bin von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit gestapft und konnte ganz viele coole Selfie-Beweisbilder machen sowie die gestellten Aufgaben des Gewinnspiels lösen. Eine schöne Stadt, Ecken und Kanten rund um das Thema Stadtgeschichte, Mitmachaktionen, nette Menschen und super viel zu entdecken: Das bietet die Route, die jeder individuell nach dem Motto – viele Wege führen zum Ziel – gestalten kann. Welche Stationen ihr euch auf der Wegstrecke genau anschauen könnt, sagt euch der neue ABGelaufen Flyer. Diesen könnt ihr weiter unten auf dieser Seite herunterladen.

Nun zu meiner Routenbeschreibung. Ich habe mich bei meiner Tour für den Startpunkt Mauritianum entschieden. Natürlich könnt ihr auch überall anders mit dem Stadtspaziergang beginnen. Das Naturkundemuseum am Rande des Schlossgartens ist das richtige Haus, wenn es um Flora und Fauna geht. Themen der Region sind ebenso in den Ausstellungen zu finden, wie Umweltschutz und Ökologie. Bei einer besonderen Aktion könnt ihr dort sogenannte „Seedbombs“ (Samenbomben) selbst zusammenstellen. Nehmt diese mit, werft sie an einer geeigneten Stelle auf die Erde, gebt dem Ganzen ein kleines bisschen Zeit sowie Wasser und bald werden euch an dieser Stelle eure eigenen Pflänzchen begrüßen.

Vom Mauritianum aus bin ich in Richtung des Lindenau-Museums gelaufen. Dies ist ein monumentaler Bau, der als kunsthistorisches Museum die Sammlungen des sächsisch-thüringischen Staatsmannes und Kunstsammlers Bernhard von Lindenau beherbergt. Aktuell ist das Gebäude jedoch im Umbau, weshalb ich mir einige Ausstellungsteile später in der Stadt angeschaut habe. Mein eigentliches Ziel ist vorerst das Residenzschloss. Einige hundert Meter weiter erreiche ich auch schon das Schlosstor. Das Residenzschloss Altenburg steckt voller Geheimnisse und spannender Geschichten. Neben einer beeindruckenden Schlosskirche und großartigen Ausstellungen gibt es auch noch die ein oder andere Entdeckung im inneren des Schlosshofes. Da ist zum einen die ehemalige Pferdeschwemme, die in früherer Zeit zur Wasserversorgung der edlen Rosse der Residenz diente und zum anderen ein hoher, schlanker Turm – der Hausmannsturm. Außerdem findet man auch die Flasche. Dieser Turm hatte verschiedene Zwecke in den letzten Jahrhunderten, von Wohnung, über Gefängnis, als auch Getreidespeicher oder Waffenmagazin hatte er verschiedene Funktionen.

Als nächstes möchte ich zum historischen Friseursalon gehen. Ein paar Treppen zur Pauritz hinaufgestiegen und schon stehe ich vor einem orange-braunen Gebäude. Darin war seit 1926 der Friseur Arthur Grosse tätig. Geschlossen wurde das Geschäft Angaben zufolge 1966. Ab dem Zeitpunkt verharrten der Laden und die Einrichtung in einem „Dornröschenschlaf”. Heute kann er in seinem Ursprung betrachtet werden. Und wer jetzt Lust auf Strähnchen und Glitzer bekommen hat, der bekommt hier eine ganz besondere Gelegenheit frisiert zu werden.

Der Friseursalon ist nur einen Katzensprung vom Skatbrunnen entfernt. Ausgestattet mit ein paar Skatkarten nutze ich gleich die Gelegenheit, um mir einen Tropfen Glück abzuholen. Mit den Worten „Saukopf spucke auf mein Blatt, damit ich Glück beim Skate hab!“ lasse ich ein wenig Brunnenwasser über mein Kartenspiel tropfen. Der Skatbrunnen wurde 1903 einem der beliebtesten deutschen Kartenspiele gewidmet. Doch das ist nicht meine letzte Station. Als nächstes spaziere ich zum Marktplatz.

Auf dem Markt ist immer etwas los. Menschen laufen von Geschäft zu Geschäft, gehen etwas essen, besuchen die Tourismusinformation und genießen das ansehnliche Ambiente. Für Abkühlung an heißen Sommertagen sorgt seit 2020 ein Wasserspiel. Doch es gibt noch einiges anderes zu entdecken. Läuft man aufmerksam über das Straßenpflaster des Marktes findet man zahlreiche Stolpersteine. Auch an den Hausfassaden sind kleine Informationstafeln angebracht mit Hinweisen zu bekannten Personen oder zu dem jeweiligen Gebäude.

Vom Marktplatz aus gehe ich durch die Kronengasse hinunter zur Baderei, denn diese führt mich zu meinem nächsten Anlaufpunkt die Kunstgasse 1. Dort sind Ausstellungsteile des Lindenau-Museums beherbergt sowie ein Studio für bildende Kunst. Für die „ABGelaufen!“-Aktion könnt ihr hier die Modevorstellungen der alten Griechen nachempfinden, Fotos für eure sozialen Netzwerke schießen und euch künstlerisch inspirieren lassen. Danach mache ich mich auf den Weg zum Rossplan, denn einige Fußminuten weiter findet sich mein heutiger Geheimtipp – der Nikolaikirchhof.

Ich laufe ein enges Gässchen hinauf. Jede Hausfassade sieht anders aus, viele Blumen schmücken die Fensterbretter. Im Nikolaikirchhof befindet sich eine kleine Parkanlage mit Sitzgelegenheiten und natürlich der Nikolaikirchturm. Stufe um Stufe kann man den Turm erklimmen, bis man eine Plattform erreicht. Der Ausblick vom Nikolaiturm reicht nicht nur über den schönen Innenhof, sondern noch weit über die schöne Stadtlandschaft von Altenburg hinaus. Das Nikolaiviertel ist eines der ältesten Stadtgebiete Altenburgs. Das Ambiente wirkt bunt durcheinandergewürfelt und trotzdem stimmig. Ein toller Ort für eine kleine Pause und um die bisherigen Eindrücke einmal sacken zu lassen, denn mein letzter Fußweg wird der längste.

Ich bin auf dem Weg zum Botanischen Erlebnisgarten, das heißt für mich zurück zum Markt und dann ein ganzes Stück bergauf spaziert, bis ich vor einer grünen Oase mitten im Stadtgebiet stehe. Zwischen 1928 und 1930 wurde der Garten durch den Nähmaschinenfabrikanten Karl K. Dietrich begründet. Altenburg war zu diesem Zeitpunkt die drittgrößte Gärtnerstadt Deutschlands. Der Botanische Erlebnisgarten bemüht sich heute, bedrohte Pflanzen zu kultivieren und den derzeitigen Bestand zu erhalten. Ein schöner entspannter Abschluss meiner ABGelaufen!-Runde.

Ich hoffe ihr habt jetzt Lust bekommen selbst spazieren zu gehen und eure eigene “ABGelaufen”-Tour zu planen. Nehmt euch gerne einen ganzen Tag Zeit, legt immer mal wieder eine Pause ein und geht einmal bewusst durch unsere schöne Residenzstadt. Es lohnt sich wirklich! Ich wünsche euch viel Spaß dabei.

©Eva Anna-Lena Zorn