Burggespenst Posti lässt Kinder hinter die Burgmauern blicken
17. Februar 2021
Weltgästeführertag
21. Februar 2021

Der Viaduktradweg im Altenburger Land nimmt Fahrt auf

Viaduktradweg ©Naturforschende Gesellschaft Altenburg

Seit Januar dieses Jahres ist auf der ehemaligen Bahntrasse zwischen Kotteritz und Beiern im Altenburger Land Geschäftigkeit zu beobachten. Auf dem Bahndamm wurde der Schotter geebnet und eine Sandschicht aufgebracht. Hier entsteht ein Wanderweg von der Pleiße bis zur Wyhra.

Die NABU-Stiftung „Nationales Naturerbe“ hatte die Bahntrasse im Jahr 2016 erworben. Die landschaftsprägenden Viadukte blieben im Eigentum der Deutschen Bahn. Der Viaduktradwegverein pachtet diese von der Deutschen Bahn und macht diese künftig für Wanderer und Radfahrer zugänglich. Die Entwicklung des Bahndammes zu einem „Naturerlebnisweg“ für Wanderer und Radfahrer wurde von der NABU-Stiftung vertraglich in die Hände der Naturforschenden Gesellschaft Altenburg, die auch das Naturkundemuseum Mauritianum betreibt, gelegt. Naturentwicklung und Naturerleben sollen miteinander verbunden werden, ganz nach dem Slogan des NABU „Für Mensch und Natur“.

Nach mehreren Anläufen in den vergangenen Jahren konnte die Naturforschende Gesellschaft Ende letzten Jahres Fördermittel vom Thüringer Umweltministerium erhalten, welche für die Entwicklung eines durchgehenden Sandbandes als Lebensraum und Wanderkorridor für vom Aussterben bedrohte Insekten sorgen soll. Gerade die Insekten, die an besonnte Sandflächen angewiesen sind, stehen auf den Roten Listen ganz oben. Um dieses Sandband offen zu halten, ist eine Nutzung als Wanderweg förderlich. Der Wanderer erhält den Nistplatz der Wildbiene und den Wanderkorridor für sonnenhungrige Insekten offen, denn für den Wanderer und auch den Radwanderer muss man die Trasse pflegen. So können Mensch und Natur voneinander profitieren.

Gleichzeitig wird auf diesem „Kleinen Grünen Band“ ein weiteres Projekt umgesetzt, welches der Pflege der Strecke und dem Biotopverbund dient. Perspektivisch soll der Bahndamm sowie die an der Strecke liegenden ehemaligen Bahnhöfe von Ziegen und Schafen gepflegt werden. Als „Triftweg“ verbindet das Band die Pleiße- mit der Wyhraaue. Die ehemaligen Bahnhofplätze sollen die „Halte- und Übernachtungspunkte“ der Herde werden, welche tagsüber die Strecke pflegen. Ab und zu wird der Wanderer die Strecke mit den vierbeinigen Landschaftspflegern teilen, doch meist ist die Trasse sehr breit, so dass man sich aus dem Weg gehen kann. Damit die Vierbeiner das aufkommende Grün des Weges und nicht die Saat des Landwirtes frisst, wird auf der Grundstücksgrenze ein Koppelzaun mit zwei Drähten gespannt. Die Drähte werden nur, wenn die Schafe und Ziegen in dem Trassenbereich sind, Strom führen. Bewusst wurde nur diese Variante mit zwei Drähten gewählt, da Rehe diese passieren.

Die Fertigstellung der Arbeiten ist für März geplant, so dass ab dem Frühjahr die Nutzung der Strecke möglich ist. An Auffahrten werden verschlossene Weidetore Autos an der Zufahrt hindern. Neben den Toren befinden sich, jeweils versetzt, für Besucher offenstehende Türen. So wird auch verhindert, dass Radfahrer über die querenden Wege und Straßen rasen. Der Viaduktweg steht für Entschleunigung und Naturgenuss.

Die Finanzierung erfolgte mit Mitteln des Freistaats Thüringen und des Bundes (Mittel der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes/ Sonderrahmenplan Insektenschutz“).