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Altenburgs Wahrzeichen, die Roten Spitzen

Rote Spitzen ©David Cray

Die Roten Spitzen, das Wahrzeichen von Altenburg, sind der letzte erhaltene Teil der Marienkirche des Augustinerklosters „Unsere lieben Frauen auf dem Berge vor Altenburg“, kurz Bergerkloster genannt. Stifter des Klosters war Kaiser Friedrich I. Barbarossa, der auch zur Einweihung der Marienkirche 1172 anwesend gewesen ein soll.Dem Kaiser wird auch zur Idee zugeschrieben, die Kirche aus roten Backsteinen zu errichten, denn diese Bauweise war in seinem Traumland Italien damals recht verbreitet.Das Kloster besaß große Reichtümer und umfangreichen Grundbesitz. „Berühmtheit“ erlangte es auch durch seine Urkundenfälscherwerkstatt. Im Jahre 1543 wurde es aufgehoben, einige seiner Glocken zu Kanonen umgegossen. Das Hauptschiff der Kirche stütze einige Jahre später ein. Die Türme wurden bereits 1336 in der spitzen Form gedeckt, die der Südturm heute noch hat. Der Nordturm erhielt 1590 seine gerundete, barocke Form, nachdem er 1589 durch Blitzschlag abgebrannt war. Die Geschichte, Barbarossas ungleiche Bartspitzen wären Vorbild für die ungewöhnliche Divergenz der Türme gewesen, muss also ins Reich der Legende verwiesen werden. Die Türme und die ehemaligen Klostergebäude dienten in späteren Jahrhunderten u.a. als Waisenhaus, Gefängnis und Irrenanstalt. 1871/72 restaurierte der Baumeister Friedrich Spenger die Türme im ursprünglichen Stil und beseitigte die späteren Um- und Anbauten. So thronen die Roten Spitzen heute wieder im unverfälschten Backsteinmantel über Altenburg. Noch bis in die 1970er Jahre dienten sie dem Schloß- und Spielkartenmuseum als Ausstellungsraum für eine Sammlung sakraler Plastiken des 13.-19. Jahrhunderts. Seit 2013 sind die abermals restaurierten Türme wieder zu besichtigen. Der Besucher sieht hier u.a. eine erst unlängst wiederentdeckte mittelalterlichen Wandmalerei mit der ältesten bekannten Darstellung einer Marienkrönung.

Die Roten Spitzen können während der Sommermonate von Freitag bis Sonntag besucht werden.