Spiel mit uns! – Kartenfieber in Altenburg

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Spiel mit uns! – Kartenfieber in Altenburg

ASS Altenburger Spielkartenfabrik ©Eva Anna-Lena Zorn

 

Spielt mit uns! – Kartenfieber in Altenburg

Es wart einmal vor über 500 Jahren, da zogen Spielkartenmacher ein in die Altenburger Landen. Ein erster Gesell von namhafter Fertigungskunst, genannt ein Herr Heckendorff. 1509, so überliefert, sei eine seiner ältesten noch erhaltenen Spielkarten. Demnach begann die Geschichte, die zu Tradition und Namen wuchs dieser Tage, nun einen ganzen Erdball füllend mit Spiel und Spaß aus Altenburg…

1832 erfolgte eine kleine Annäherung in Richtung eines Industriezweiges in der Residenzstadt des Herzogtums Sachsen-Altenburg. Erst ab 1850 kann man jedoch von einer richtigen Industriekultur in der Spielkartenherstellung sprechen. Ein wichtiger Schritt erfolgte 1897 mit der Vereinigung der Stralsunder Spielkartenfabrik AG. 1931 wurde der Standort in Strahlsund geschlossen und in Altenburg die Arbeit als zentral gelegener Produktionsplatz sowie Firmensitz aufgenommen. Die Vereinigte Altenburger und Stralsunder Spielkartenfabrik, kurz ASS, wurde begründet. Diese Marke gelangte 2002 in die Hand des internationalen Spielkartenherstellers Cartamundi, in der sie sich bis zum aktuellen Tag noch befindet.

Spielen ist was für Kinder? Ja! Aber trägt nicht jeder ein Stück Kindheit in seinem Herzen? Spielen nicht auch Erwachsene? Zeit zu zeigen, was das Altenburger ASS so kann! Zeit die Karten auf den Tisch zu legen!

Skat, Rommé, Poker, Doppelkopf oder vielleicht Star Wars, Die Minions, Monopoly, Disney – Die Eiskönigin – alle haben etwas gemeinsam: Es gibt sie in Altenburg als Karte. Doch nicht nur das. Der deutsche Marktführer in Sachen Spielkarten, unter der Leitung von Stefan Luther, stellt neben 300 im Sortiment vertretenen Kartenspielen, auch Karten- und Brettspiele für bekannte Verlage, wie Ravensburger oder Schmidt Spiele sowie für werbetreibende Industrien zu Promotionszwecken her.

Auf durch die heiligen Hallen der Spielkartenproduktion

Eine neue Idee oder ein neuer Auftraggeber klopfen an die Tür der Traditionsfirma ASS Altenburg. Rasch ist ein Team bereit die Kundenwünsche, -vorgaben oder die Produktentwicklung zu übernehmen. Dazu werden die hauseigenen Grafiker instruiert kreativ zu werden, Vorgaben umzusetzen oder zu verbessern. Klick für Klick entsteht ein viereckiges, buntes Muster auf dem Computerbildschirm. Unmittelbar in Kontakt mit der Grafik ist der Druck, denn digital soll zu analog werden. Riesige Seiten, auf denen sich alle Spielkarten befinden, werden probehalber ausgedruckt, begutachtet, überarbeitet und schlussendlich abgesegnet, bevor sie in sogenannten Drucktaschen für mehrere Jahre eine Ruhestätte finden. Ist der Probedruck perfekt, wandert zudem das Digitalexemplar erneut in die Druckabteilung.

Es riecht nach Lack und Farbe, eine über 20 Meter lange, große graue Maschine steht mitten im Raum und stapelt unermüdlich Papier. Vier Farbkästen speisen den Riesendrucker, der durchschnittlich 15.000 Blätter in der Stunde verziert. Nun ist die echte Spielkarte auf dem Weg. Blickdicht muss sie nach Altenburger Tradition sein. Dafür werden drei Schichten vereint. Ein Stück Pappe in der Mitte wird mit dem bedruckten Kartenpapier verklebt. Und dann geht es auf zum Fließband. Schnitt um Schnitt entsteht mit Hilfe von Kartenschneidemaschinen ein perfektes Kartendeck.

Und schon sind die Karten bereit für die Stülpdeckelschachtelfertigung. Bitte was? Naja, niemand kauft Karten oder Brettspiele ohne gescheite Verpackung oder? Hier heißt es Falten, Kartendeck einlegen und zudeckeln, bevor die Spiele auf die Reise gehen.

Weltweit, dank vieler Auftraggeber, werden Karten, Brettspiel und Co. exportiert. Dabei ist das Produkt fast ausschließlich Made in Germany. Sogar regionale Handelspartner, wie zum Beispiel das Wellpappenwerk Lucka, sind an der Produktion weitläufig beteiligt.

Distribution ganz regional – Der Spielkartenladen

Und wer sich jetzt fragt: Wo bekomm ich denn die Originalen Altenburger Spielkarten her? Natürlich sind diese auch in der schönen Altenburger Altstadt zu erwerben. Am Markt 17 finden sich Kartendecks aller Art, sozusagen frisch vom Druck – im Spielkartenladen. Doch was wären Spielkarten ohne „Allzeit gut Blatt“? Bei einer Skatstadtführung mit Spielkartentaufe wird das Brunnenwasser des bekannten Skatbrunnens jedem Spieler Glück bringen.

Wussten Sie schon?

Beim Skat gibt es das Deutsche Blatt, das Französische Blatt und das Chemnitzer Blatt, auch Turnierbild genannt.

Das Französische Blatt besteht aus den vier Farben Kreuz, Pik, Herz und Karo. Das Deutsche Blatt benennt die vier Farben dagegen mit Eichel, Grün, Rot und Schellen. In Ost-, Mittel- und Süddeutschland spielt man zumeist mit deutschem Blatt, während man im Norden oder Westen mit französischem Blatt skatet. 1994 wurde eine Vereinigung beider Skatblätter auf Veranlassung des deutschen Skatverbandes gestaltet. Bei dem Turnierbild handelt es sich um Französische Eckzeichen mit den Farben des Deutschen Blattes.

©Eva Anna-Lena Zorn

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